Frohe Ostern

Tradition im Christentum und in vorchristlicher Zeit: Feste zum Frühlingsanfang, zur Vertreibung des Winters, Feiern der Auferstehung werden verbunden mit der erwachenden Fruchtbarkeit der Erde und dem Aufgehen der Sonne (Morgenröte= Ostarum).

Der Frühling als Symbol für die Wiederkehr des Lebens. Worauf Tierschützer – nicht nur – an Ostern achten sollten:

Osterhasen: Hasen wurden als Symbole der Fruchtbarkeit Teil der Frühlings- und Osterfeste. Auch heute noch vielfach wahr: Hasen bzw. Kaninchen als lebende Geschenke für Kinder zu Ostern. In Zoohandlungen, Baumärkten und anderen Geschäften werden niedliche Jungtiere angeboten (als sei Leben überhaupt ver-/käuflich!) und manch Erwachsener möchte dem Kind eine ganz besondere Freude machen oder kann einfach nicht »nein« sagen.

Traurig zumeist. Für alle. Denn nicht selten landen die Kleintiere irgendwann im Tierheim oder – viel schlimmer – leiden wenig beachtet still in Käfigen. Und dann haben alle verloren: • Das Tier am stärksten: Es führt kein artgerechtes und deshalb leidvolles Leben. • Das Kind erlebt möglicherweise Versagen und damit Verlust an Selbstwert, weil es eine (eigentlich nicht kindgerechte!) Situation nicht bewältigt hat. Vielleicht sogar verschließt das Kind sich in Folge dem Mit-Gefühl dem Mit-Wesen gegenüber, um z. B. mit einem schlechten Gewissen oder Traurigkeit besser klar zu kommen. • Der Erwachsene ist enttäuscht über das Kind, vielleicht auch über sich selbst.

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Achtung: Kinder können nicht, ganz gleich, was sie mit bester Absicht versprechen, auf unbestimmte Zeit die tägliche Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernehmen. In einem Bericht des Senders »3sat« weist auch Prof. Ingo Nolte von der Tierärztlichen Klinik Hannover darauf hin, es sei »etwas Positives, dass das Kind lernt, Verantwortung zu übernehmen, aber es ist undenkbar, dass man das dem Kind allein überlässt.« Es müsse selbstverständlich sein, »dass die Eltern wirklich die Verantwortung für die Pflege und Fütterung des Tieres übernehmen.« Nur wohlüberlegte, informierte und artgerechte »Haltung« von Kleintieren aus dem Tierheim durch Erwachsene, an der Kinder sich beteiligen können, kann also eine bereichernde Erfahrung für jeden sein. Und zu Ostern gibt es süße Stoffhasen, die bei allen ein gutes Gefühl hinterlassen werden!

Ostereier: Auch Eier wurden als Symbole von Fruchtbarkeit und Wiedergeburt Teil der Frühlings-/Osterfeste. Wenn Sie Eier verwenden und essen möchten, achten Sie bitte unbedingt auf die Kennzeichnung. Die erste Ziffer zeigt die Haltungsform, die Buchstaben die Herkunftsländer, die folgenden Ziffern Betrieb bzw. Stallnummer. 0 = Ökologische Erzeugung. Auslaufhaltung, Futter aus ökologischem Anbau. 1 = Freilandhaltung. Stall mit Sitzstangen, tagsüber Auslauf im Freien. 2 = Bodenhaltung. Reine Stallhaltung. 3 = Käfighaltung. AT = Österreich, BE = Belgien, DE = Deutschland, NL = Niederlande Kaufen Sie bitte ausschließlich Eier mit der Kennzeichnung »0«. Achtung: Industriell gefärbte Eier werden vom Handel fast ausschließlich aus Käfighaltung angeboten, weil diese Eier nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Also lieber selber färben oder gefärbte Eier nur im Bioladen kaufen. Auch Eier in Teig- und Backwaren oder Eiscreme unterliegen übrigens nicht der Kennzeichnungspflicht. In der Lebensmittelindustrie beträgt der Anteil von Käfigeiern ca. 95 Prozent. Bitte bedenken Sie grundsätzlich beim Einkauf, woher tierische Lebensmittel stammen, auch jene, die versteckt sind in fertigen Produkten.

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Osterlämmer Symbol des unschuldigen Opfers assoziiert mit Jesus als »Lamm Gottes«, lange klassisches Opfertier und leider häufig an Ostern auf dem Esstisch. Weder Lamm, Hasen, Kaninchen noch sonst ein Tier passen jedoch als »Braten« zu einem tierfreundlichen Osterfest! Auch als Nicht-Vegetarier könnten Sie doch dieses Osterfest ganz im Sinne des Lebens feiern und ein vegetarisches Menu auf den Tisch bringen. Rezeptideen finden Sie im Internet in großer Auswahl, z. B. bei

http://www.peta.de/web/rezepte.74.html http://www.vegetarische-rezepte.com

Osterfeuer: Der Brauch stammt aus alten Zeiten um den Winter zu vertreiben, zur Sicherung des Wachstums und der Ernte, wobei die Asche auf die Felder verteilt wurde. Dieser Brauch wurde später vom Christentum übernommen. Achtung: Da die Holzstapel über Wochen angesammelt werden, verkriechen sich hier häufig Kleintiere. Falls Sie ein Feuer entzünden möchten, sollten Sie unbedingt den Stapel vorher umschichten.

Osterspaziergang: Spaziergänge durch die Natur sind etwas Wunderbares. Damit dies auch für unsere einheimischen Wildtiere gilt, bleiben Sie unterwegs bitte auf den gekennzeichneten Wegen. Auch hier lassen sich bei Bedarf Eier prima verstecken, ohne dass man z. B. im Wald abseits der Wege laufen muss. Überdenken Sie doch bitte auch Zoobesuche, denn hier wird vermittelt, es sei akzeptabel, Tiere in Gefangenschaft und fern ihrer Heimat zu halten, sie der Langeweile und Beengtheit sowie dem Vorgeführt werden auszusetzen. Werden Sie doch lieber »Tierforscher«: Entdecken und bestimmen Sie Fährten, beobachten Sie Vögel und lauschen Sie ihnen, sammeln Sie Federn, bestaunen Sie die Artenvielfalt kleinster Lebewesen am Boden, … . Passend dazu gibt es im Buchhandel auch kleine und erschwingliche Bestimmungsbücher. So können Sie respektvoll, kreativ und spannend in Kontakt miteinander und mit wildlebenden Tieren kommen.